Eine der Hauptspirituosen für Cocktails schlechthin ist Gin. Der Gin Tonic oder der Longdrink Martini zählen hierbei zu den absoluten Klassikern. Seit ein paar Jahren erfreut sich Gin einer immer größer werdenden Aufmerksamkeit in der Spirituosen-Szene.

Was ist Gin?

Gin ist eine klare Spirituose, die nach Wacholder schmeckt und mindestens einen Alkoholgehalt von 37,5% aufweist. Hergestellt wird Gin aus Getreide oder Melasse und während des Destillationsvorgangs aromatisiert.
Die Bezeichnung Gin  stammt von dem niederländischen Wort Genever ab und wurde später in England zu Gin umbenannt.

Geschichte des Gins

Obwohl die Bezeichnung für Gin aus England stammt, liegen seine Ursprünge woanders, nämlich in den Niederlanden.
Im spanisch-niederländischen Krieg wurden die Niederländer durch die Engländer unterstützt und dabei den Genever kennengelernt. Diesen nahmen sie im 17.Jahrhundert mit nach England. Der Name Jenever war den Engländern jedoch zu schwierig und so wurde daraus kurzerhand Gin.

Die Herstellung

Die Grundlage für Gin bildet Ethylalkohol, der in der Regel aus Gerste oder Mais in einem natürlichen Gärungsprozess gewonnen wird. Dieses Ausgangsprodukt muss einen Alkoholgehalt von mindestens 96% haben. Im Anschluss daran wird der Alkohol mit Hilfe von Kräutern und Gewürzen aromatisiert, hautsächlich mit Koriander und Wacholder. Es kommen aber auch andere Naturprodukte zum Einsatz, wie zum Beispiel Kardamom, Orangenschalen oder Muskat.
Wichtig zu wissen ist, dass Gin während der Destillation mit Aromen versetzt wird, nicht erst danach.

Nach der Gewinnung des Ausgangsproduktes, beginnt also erst die eigentliche Herstellung des Gins.
Dabei unterscheidet man drei Verfahren:

  1. Kaltauszug
    Die Zutaten, also Gewürze und Kräuter, werden zerkleinert oder gepresst, damit sich ihre Aromen entfalten. Danach legt man sie für einige Woche in den Alkohol ein, so dass dieser ihre Aromen aufnehmen kann.Danach werden die Zutaten wieder heraus gefiltert und nachdem die Flüssigkeit noch verdünnt wurde, hat man den fertigen Gin.
  2. Heißauszug
    Eine weitere Möglichkeit, den gin mit Aromen zu versetzen, bietet dieses Verfahren. Hier werden die zerkleinerten Zutaten mit dem Alkohol auf 70 Grad erhitzt. Dabei geben sie ihre ätherischen Öle ab, die sich mit dem Alkohol verbinden.
  3. Mehrfacharomatisierung
    Die Zutaten werden in Siebe gelegt, über die man dann den erhitzen Alkohol fließen lässt.Eine andere Variante ist es, den Wasserdampf und den gasförmigen Alkohol durch diese Siebe zu führen, so dass der Dampf, der beim Destillieren entsteht, die Geschmacksstoffe aufnehmen kann.

Wird ein Gin durch Mehrfacharomatisierung hergestellt, darf er die Bezeichnung „Destilled Gin“ tragen.
Je höher der Aufwand bei der Destillation, umso höher ist am Ende auch der Preis für einen Gin.

Jahreszahlen des Gins

  • 17. Jahrhundert: Der Mediziner De la Boe kreiert in Holland ein Mittel gegen Magenbeschwerden auf der Grundlage von Alkohol und Wacholder und bezeichnete es als Genever.
  • 18. Jahrhundert: Der Genever wird vom britischen Militär im Zuge des Spanisch-Holländischen Kriegs mit nach England genommen und dort umbenannt in Gin.
  • 1738 fand der endgültige Durchbruch statt. Um 1740 lag die Gin-Produktion höher als die Bier-Brauerei.
  • 19. Jahrhundert: Eine neue Sorte Gin entstand, der sogenannte Old Tom Gin. Diesem wird bei der Herstellung Zucker zugefügt, so dass er wesentlich süßer schmeckt.
  • Im späten 19. Jahrhundert entstand der bis heute bekannte London Dry Gin.
  • 20. Jahrhundert:  Seit Mitte der 90er Jahre entwickelt sich der Gin immer mehr zum In-Getränk

Klassifizierungen

  • Dry Gin
    Dieser Gin ähnelt dem London Gin, wobei die Vorschriften für die Produktion des London Gins schärfer sind. Hier dürfen die pflanzlichen Zutaten nicht nur vor dem Destillieren hinzugefügt werden und es ist erlaubt, naturidentische Farb- und Aromastoffe zu verwenden.
    Genau wie beim London Gin ist die Zugabe von Süßungsmitteln allerding untersagt.
  • London Gin
    Diese Sorte darf laut Gesetzt nur so heißen, wenn ihr keine anderen Zutaten, außer den pflanzlichen und Wasser, beigefügt wurden. Er muss mindestens 37,5 % Alkohol enthalten.
  • Französischer Gin
    Dieser Gin wird im französischen Dijon produziert und zeichnet sich dadurch aus, dass er eine Zitrusnote hat. Ihm wird außerdem Safran hinzugefügt, der für eine Erweiterung des Aromas sorgt und dem Gin eine hellgelbe Farbe verleiht.  
  • Genever
    Ein Wacholderschnaps, der aus den Niederlanden oder Belgien stammt und mindestens 35% Alkohol besitzt, wird als Genever bezeichnet. Die Grundlage ist in der RegelMalz aus Gerste oder Roggen.
  • Sloe Gin
    Hierbei handelt es sich weniger um einen Gin als um einen Likör aus Beeren des Schlehdorns. Die reifen Beeren werden dem schon destillierten Gin zugegeben und dann für einige Zeit eingelegt, meistens in Holzfässern.Der Alkoholgehalt beträgt lediglich 28%, so dass der Sloe Gin eher mild ist.